PA Rosenheim 2 (Bhf)

Geschichte

Mit der Entstehung des Königreichs Bayern im Jahr 1806 unterstand das Postwesen nun dem bayerischen König. Von der Residenzstadt München aus führten damals zwei Poststraßen ins östliche Oberbayern: Die seit 1681 bestehende Poststraße von München nach Salzburg verlief über Wasserburg und Waging. Die 1776 eingerichtete Postverbindung nach Innsbruck ging über Peiß und Aibling, bevor sie vor Rosenheim bei Schwaig nach Süden abknickte und weiter ins Inntal führte. Aibling war damals von Rosenheim aus gesehen die nächste offizielle Poststation.

1812 erfolgte schließlich die Erhebung der Landstraße von Rosenheim über Traunstein nach Salzburg zur Poststraße. Gleichzeitig wurde die bestehende Poststraße München–Innsbruck über Rosenheim geführt, so dass der Markt am Inn nun zu einem Knotenpunkt des offiziellen Postverkehrs in Südbayern wurde. Am 18. März 1812 war im „Königlich-Bayerischen Regierungsblatt“ zu lesen: „Die Straße von München über Rosenheim nach Salzburg ist zur Poststraße erhoben, zu Rosenheim, Weisham und Teisendorf sind Post-Expeditionen errichtet.“

Die erste Rosenheimer Postexpedition wurde 1812 im Gasthof des Jakob Amann am Äußeren Markt, dem heutigen Ludwigsplatz, eingerichtet. Wichtiger Bestandteil der Postexpedition war der von Gasthofbesitzer Jakob Amann unterhaltene Poststall, wo die Pferde für den Postverkehr gewechselt wurden. Zwar war der Betrieb der Postexpedition für Jakob Amann und seine Ehefrau Apollonia mit hohen Auflagen verbunden, er brachte ihnen gleichzeitig großen Wohlstand ein. 30 Jahre lang führten die Eheleute Amann die Posthalterei, bis sie Gasthaus und Postbetrieb 1842 an ihren Sohn Franz Xaver und dessen Ehefrau Katharina übergaben.


Rosenheim 1 um 1995

Der Dienstvertrag von Franz Xaver Amann von 1842 zeigt seine damaligen Verpflichtungen als Posthalter: Amann musste zwölf diensttaugliche Pferde, drei Postchaisen (Kutschen) und einen Felleisenkarren unterhalten. Er selbst hatte für die Durchführung der Postritte und Postfahrten nach Aibling, Fischbach, Frabertsham, Miesbach und Wasserburg zu sorgen. Für die Beförderung der Briefpost und die Bespannung der Postwagen wurde Amann finanziell entschädigt.

 
 
 
 

     Rosenheim 2 (Bhf) um 1925